SANIERUNG EINES FLACHDACHES IN HOLZBAUWEISE MIT MINERALWOLLE ZWISCHEN UND AUF DEN SPARREN

NRW. Im letzten Beitrag haben wir erklärt, wie sich ein zweilagiger Dachaufbau, bestehend aus einem Tragwerk und einer darüber liegenden Dämm- und Abdichtungsebene, aufdämmen oder neu aufbauen lässt. Viele der Wohnhäuser mit Flachdach aus den 1960er und 1970er Jahren haben aber ein Holzflachdach. Bei diesem gibt es gute Gründe, den Balkenzwischenraum für die Dämmung zu nutzen und so Aufbauhöhe zu sparen. Allerdings ist dieser einlagige Dachaufbau hinsichtlich möglichen Tauwassers anspruchsvoll, da die Holzkonstruktion in der Dämmebene bis in den Kaltbereich reicht. Geringe Mengen Dampf könnten an den kalten Außenseiten der Bauteile kondensieren und die Holzkonstruktion durchfeuchten und dauerhaft beschädigen.

Wir zeigen hier, wie sich ein Holzflachdach mit einer Wärmedämmung in der tragenden Ebene sicher sanieren lässt, dabei nur wenig Aufbauhöhe braucht und so die Ausbildung des notwendigen Dachgefälles erleichtert.

Bestandsdach aufdämmen

Die Ausgangslage ist ein Bestandsdach, das möglicherweise bereits zwischen den Sparren etwas gedämmt, mit Holz verkleidet und an der Außenseite mit Bitumen abgedichtet wurde. Die Dämmstärke, das Material und die Abdichtung entsprechen hierbei nicht dem neuesten Stand der Technik. Die wichtigste Frage ist daher: Sind die Holzkonstruktion und der Dachaufbau an sich noch intakt? Das kann nur ein Fachmann unter anderem mit einer Holzfeuchtemessung bei den Deckenbalken beurteilen. Ist die Konstruktion schadensfrei, gibt es zwei Möglichkeiten:

„Bei bewohnten Häusern und intakter Konstruktion können Sie auf dem alten Dach ein komplett neues Dach aufbauen“, sagt der Holzbauingenieur und gelernte Zimmermann Jörg Bühler. Er leitet die Fachberatung Holzbau des Informationsdienstes Holz und war Fachredakteur des Handbuches „Flachdächer in Holzbauweise“. Diese erste, von ihm genannte Variante entspricht dem zweischaligen Aufbau, den wir im vorangegangenen Artikel beschrieben haben. Sie ist eine robuste Sanierungslösung, die allerdings einen relativ hohen Dachaufbau erzeugt. Ist aber die niedrige Dachhöhe gestalterisch, baurechtlich, statisch oder konstruktiv durch angrenzende Bauteile entscheidend, wird man die zweite Variante des nicht belüfteten Flachdaches bevorzugen: das Abräumen des alten Dachaufbaus und den Neuaufbau mit einer Mineralwolldämmung in der Tragebene und einer zusätzlichen Überdämmung.

U-Wert erreichen mit Mineralwolle als Zwischensparren- und Aufdachdämmung

Die Aufteilung der Dämmstärken auf die beiden Dämmlagen hängt dabei von der Sparrenhöhe und den energetischen Zielen ab. Das GEG fordert für Flachdächer von Wohnhäusern einen U-Wert von 0,20 W/(m²K) – das entspricht nach dem Handbuch des Informationsdienstes Holz etwa einer Zwischensparrendämmung aus Mineralwolle (Stein- und Glaswolle mit WLS 035) von 16 cm und einer Überdämmung mit 6 cm druckbelastbarer Mineralwolle (WLS 040). Den Passivhausstandard mit einem U-Wert von 0,11 W/(m²K) erreichen Sie mit 24 cm + 10 cm Dämmung.

Gegenüber der reinen Aufdachdämmung lassen sich beim Dach mit der Kombination einer Zwischensparren- und Aufdachdämmung also 10 cm bis 20 cm Aufbauhöhe sparen. Für die Ausführung gilt zuerst: Schützen Sie die Holzkonstruktion schon auf der Baustelle und vor dem Dämmen mit Planen vor der Witterung. Dann können Sie die Mineralwolldämmplatten einfach mit einem Cutter zuschneiden und fest zwischen die Sparren klemmen. Schneiden Sie die Matten für eine optimale Klemmwirkung etwa 1 cm breiter, als der Sparrenzwischenraum breit ist. Die meisten Holzdachtragwerke bei Einfamilienhäusern werden eine Sparrenhöhe von etwa 16 bis 22 cm haben. Über diese Höhe können Sie die Zwischenräume komplett mit Mineralwolle ausfüllen, je nach energetischem Zielwert. Nach dieser ersten Dämmlage sollten Sie sich direkt dem Feuchteschutz zuwenden.

Feuchteschutz

Nicht immer ist es Wasser von außen, das die Schäden verursacht, wie Bühler berichtet: „Gerade bei Winterbaustellen muss die Dämmung und die Konstruktion zügig vor Feuchteeintrag durch Baufeuchte, wie feuchten Estrich oder Putz, geschützt werden.“ Sie sollten also die Sparrenlage direkt nach Verlegung der Zwischensparrendämmung auch zum Innenraum hin zügig abdichten. Arbeiten Sie bei großen Dachflächen daher am besten in Sparrenabschnitten.

Das A und O für den Feuchteschutz ist die geeignete Folie. Von der früher verlegten, innenseitigen Dampfsperre mit einem sd-Wert von 100 raten Experten bei diesem Warmdachaufbau mit Zwischensparrendämmung dringend ab. Eine Dampfsperre zum Innenraum verhindert die Rücktrocknung des Bauteils und kann daher schwere Feuchteschäden verursachen. Eine geeignete Folie muss diffusionsdicht genug sein, um die Tauwassermenge zu begrenzen und zugleich möglichst diffusionsoffen sein, um eine Rücktrocknung von möglicher Feuchtigkeit zum Innenraum hin zu gewährleisten. Bühler erklärt: „Deshalb kommen heute feuchtevariable Dampfbremsen mit variablem sd-Wert zum Einsatz.“

Die Rücktrocknung über die Diffusion zum Innenraum und damit der Schutz vor Kondensation von Feuchtigkeit im Dachaufbau hängt unter anderem vom Verhalten der Folie ab. „Auch deshalb ist bei diesem Dachaufbau eine hygrothermische Simulation für den Feuchtenachweis zwingend erforderlich. Denn das vereinfachte Diffusionsbilanzverfahren nach Glaser berücksichtigt nicht die feuchte- und temperaturabhängigen Materialkennwerte, die veränderlichen Klimabedingungen und weitere Einflussgrößen“, so Bühler. Jeder Dachaufbau, bei dem Holzbauteile in der Dämmebene liegen, braucht daher eine individuelle Feuchtigkeitsberechnung mit der hygrothermischen Simulation. Bühler sagt: „Hier müssen Handwerksbetriebe mit Bauphysikern eng zusammenarbeiten, um den richtigen Dachaufbau zu planen.“ Sind die Zwischensparrendämmung und die geeignete feuchtevariable Folie unter der Balkenlage verlegt, erfolgt der weitere Dachaufbau mit der nächsten Dämmlage.

Aufsparrendämmung verlegen

Zunächst sollten Sie über die Zwischensparren eine Dampfsperre als Trennlage verlegen. Bühler erklärt: „Ab hier muss der Dachaufbau im oberen Bereich dicht sein, um die Diffusion von Feuchtigkeit auf den Zwischensparrenbereich zu begrenzen. Für diese Dampfsperre haben sich als gleichzeitige Bauzeit- und Behelfsdichtung einlagige, streifen- oder punktartig befestigte Polymerbitumenbahnen sowie frei bewitterbare PVC-Dachbahnen bewährt.“ Die Bahnen der Dampfsperre sollten Sie mit ausreichend großer Überlappung, aber lose, d.h. nur streifenweise oder punktuell befestigt – nicht verklebt – verlegen, damit Bewegungen im Bauteil nicht zu Spannungen und Schäden in der Dampfsperre führen. Besondere Aufmerksamkeit erfordern hier die luftdichten Anschlüsse, Überlappungen und Faltungen der Bahnen an angrenzende Bauteile.

Ist die Dampfsperre verlegt, können Sie darauf die Aufsparrendämmung lose, aber dicht gestoßen und mittig über die Sparren, bzw. versetzt zu den Stößen der Zwischensparrendämmung, verlegen. So vermeiden Sie durchgehende Fugen und Wärmebrücken. Die Aufsparrendämmung überdämmt die konstruktiven Bauteile und verlegt so den Taupunkt weg von der Konstruktion nach außen. Möglicher Dampf wird also nicht mehr an den Seiten der Bauteile kondensieren, solange auch eine Rücktrocknung über eine feuchtevariable Folie innenraumseitig ermöglicht wird. Diese Trocknungsreserve über eine innenseitige Rücktrocknung ist eine Forderung der Holzschutznorm.

Gefälle zur Dachentwässerung

Beachten Sie bei der Aufsparrendämmung das notwendige Gefälle zur Dachentwässerung. Flachdächer brauchen eine Dachneigung von mindestens 2 Prozent. Mit 5 Prozent Neigung und einer ausreichend dimensionierten Entwässerung vermeiden Sie weitestgehend Standwasser, was die Langlebigkeit des Dachaufbaus erhöht. Beachten Sie hier die Wetterereignisse der Region, in der Sie bauen und rechnen Sie mit zunehmendem Starkregen. Auch dann sollte sich das Wasser nie höher als 8 cm auf der Dachoberfläche stauen und schnell, auch über Notabläufe, abfließen.

Mit Gefälledämmplatten und Dämmkeilen aus Mineralwolle können Sie die Oberfläche des Daches optimal für eine punktförmige Entwässerung gestalten. Dabei sollte der niedrigste Punkt der Aufsparrendämmung der erforderlichen Mindestdämmhöhe entsprechen. Als oberste Lage lassen sich Abdichtungsbahnen überlappend verlegen. Sichern Sie die Abdichtungsbahnen punktuell mechanisch oder mit einer Auflast gegen Windsog. Wie bei den Folienlagen zuvor gilt, dass Überlappungen und Anschlüsse an angrenzende Bauteile wie Flachdachfenster, Dachkuppeln, Entwässerungen und durchgeführte Bauteile besonders sorgsam, luft- und wasserdicht, aber spannungsfrei ausgeführt werden müssen. Eventuell müssen Bauteile oder Attiken erhöht werden, um die notwendigen Anschlusshöhen von Abdichtungen zu ermöglichen (15 cm bei Bauteilen bzw. 10 cm am Dachrand, je ab Oberkante Dachbelag). Dieser Anschlussbereich erhöht sich also um die Höhe der Auflast wie Kies oder Erdsubstrat.

Auflast statisch und bauphysikalisch einrechnen

Je nach Nutzung sollten Sie für die Aufsparrendämmung Dämmplatten aus Mineralwolle mit hoher Druckfestigkeit nutzen und mit einer lastverteilenden Plattenlage, Kiesschüttung oder Erdsubstrat bedecken. Dabei profitiert das Dach nicht nur von den hohen Wärme- und Schalldämmwerten. Der Informationsdienst Holz schreibt in seinem Handbuch: „Nichtbrennbare Mineralwolledämmstoffe bieten insbesondere bei großflächigen Dächern Vorteile, weil sie keinen Beitrag zur Brandlast leisten.“ Jeder weitere Aufbau auf dem fertigen Dach wie Kies und Begrünung bedeutet eine erhebliche Auflast für die Tragkonstruktion und sollte deshalb vom Statiker berechnet und freigegeben werden.

Die Nutzung des Daches ist nicht nur für die Statik, sondern auch für den Feuchteschutz relevant, wie Bühler sagt: „Die Temperatur, die von außen auf das Bauteil wirkt, kann den Dampfdruck im Bauteil nach innen erhöhen und damit die Rücktrocknung fördern. Deshalb ist es ein Unterschied, ob ein Dach eine Auflast hat oder nicht.“ Bei einem Gründach wird es zum Beispiel weniger Temperaturschwankungen und eine langsamere Rücktrocknung im Dachaufbau geben. Wie genau sich eine Auflast bauphysikalisch auf das Bauteil auswirkt, auch das berechnet nur die hygrothermische Simulation. „Es gibt bei diesem Dachaufbau einfach keine Pauschalaussagen, es braucht immer die Berechnung des Bauphysikers“, sagt Bühler.

Ist der zweilagige Warmdachaufbau mit Mineralwolle hygrothermisch korrekt berechnet und entsprechend ausgeführt, dann ist er hinsichtlich des Feuchtschutzes sehr robust und ermöglicht langfristig einen hohen Wärme-, Schall- wie auch Brandschutz bei einem schlanken Dachaufbau.

Quelle: FMI Fachverband Mineralwolleindustrie e.V. (FMI)

Energiequartier Schepersfeld bietet telefonische und digitale Beratung an

WESEL. Die Covid-19-Pandemie zwingt die meisten von uns, derzeit auf Home-Office umzustellen. Auch das Sanierungsbüro im MehrGenerationenHaus im Schepersfeld, Am Birkenfeld 14, ist bis auf weiteres nicht vor Ort besetzt. Daher bietet das Sanierungsmanagement für die Bewohner*innen und Immobilienbesitzer*innen im Schepersfeld sowohl telefonische als auch digitale Beratungen via E-Mail oder Videokonferenz zu den Themen: energetische Gebäudemodernisierung, Energiesparen und Fördermöglichkeiten an.

„Das Interesse an energetischen Modernisierungsmaßnahmen im Energiequartier Schepersfeld ist seit Projektbeginn ungebrochen groß“, erläutert Bürgermeisterin Ulrike Westkamp. „Es sind bereits acht Anträge auf Förderung bei uns eingegangen, und wir konnten schon fünf Förderbescheide ausstellen und sie den Antragstellern zusenden. Das verdeutlicht uns, dass gute Wohn- und Lebensumstände wichtig sind und unsere Entscheidung, das Projekt Energiequartier Schepersfeld mitten in der Pandemie zu beginnen, genau richtig war“, betont Westkamp. „Durch die verschiedenen Maßnahmen leisten die Bürger*innen nicht nur einen Beitrag zum Klimaschutz. Bei sinkenden Energiekosten sparen sie nach einer energetischen Sanierung auch Geld und steigern ihre Wohnqualität.“

Einen wesentlichen Beitrag zur erhöhten Modernisierungstätigkeit leistet die, eigens für das Energiequartier Schepersfeld entwickelte, städtische Förderrichtlinie: Der „Sanierungszuschuss Wesel-Schepersfeld“. Das Programm fördert zum Beispiel Maßnahmen rund um Dämmung, Fensteraustausch oder auch den Einsatz Erneuerbarer Energien mit direkten Zuschüssen. Der Sanierungszuschuss richtet sich an alle Eigentümer*innen, deren Immobilie im Quartier liegt. Das Quartier wird begrenzt von der Schermbecker Landstraße im Süden, der Hagerstownstraße im Osten sowie der Brüner Landstraße und den Bahngleisen im Nordwesten und Westen.

Bereits 44 Bürger*innen haben sich seit dem 27. Oktober 2020 mit einer Terminanfrage für eine kostenlose Erstberatung im Sanierungsbüro Schepersfeld an Sanierungsmanager Nikolai Spies gewandt. 30 nahmen dieses Angebot schon in Anspruch: „Ratsuchende informieren sich zu ihren individuellen Modernisierungsmöglichkeiten sowie vorhandenen Förderungen“, so Spies. 23 Ratsuchende ließen sich in einem nächsten Schritt von Akke Wilmes, Energieberater der Verbraucherzentrale NRW, vor Ort an der eigenen Immobilie bzw. pandemiebedingt via Telefon oder Videokonferenz beraten.

Bislang wurden 6.060 Euro an Fördergeldern für 2020 bewilligt. Für das Jahr 2021 stehen aktuell noch 34.000 Euro an Fördermitteln zur Verfügung. Schnell sein lohnt sich also, denn die Ausschüttung der Fördergelder erfolgt nach Eingang der Anträge.

Bei Fragen rund um die Förderrichtlinie und das Beratungsangebot steht Herr Nikolai Spies dienstags von 14:00 Uhr bis 17:00 Uhr für eine individuelle und kostenlose Energieberatung telefonisch unter 0281 / 203-2778, via E-Mail unter info@energiequartier-schepersfeld.de oder nach vorheriger Absprache an der Immobilie im Schepersfeld zur Verfügung. Selbstverständlich immer unter Einhaltung der Coronaschutzverordnung. Die Sprechzeiten werden nach einer Lockerung der Coronaschutzmaßnahmen auch wieder persönlich im MehrGenerationenHaus Schepersfeld, Am Birkenfeld 14, angeboten werden.

Ein weiteres Angebot sind regelmäßige, kostenlose Themenabende für Bürger*innen im Quartier. Der nächste Themenabend „Heizen, Lüften, Schimmel vermeiden“ findet am 16. März 2021, um 18:00 Uhr, als Onlinethemenabend statt. Nähere Einzelheiten zum Programm erfahren Sie rechtzeitig aus der lokalen Presse oder über die genannte Internetseite. Eine Anmeldung zum Themenabend ist aber bereits jetzt beim Sanierungsmanagement möglich.

Aktuelle Termine und Informationen zum Energiequartier Schepersfeld sind über die Projektwebseite www.energiequartier-schepersfeld.de abrufbar.

Quelle: Stadt Wesel

Stadt Wesel vergibt Gaskonzession an die Stadtwerke Wesel GmbH

WESEL. Am Donnerstag, 11. März 2021, haben Bürgermeisterin Ulrike Westkamp und der Geschäftsführer der Stadtwerke Wesel GmbH, Rainer Hegmann, den neuen Konzessionsvertrag über die Wegenutzung für das Gasnetz in der Stadt unterschrieben. Damit erhält die Stadtwerke Wesel GmbH nach Ausschreibung die Gaskonzession für weitere 20 Jahre. Der Vertrag gilt ab dem 1. Januar 2022 und läuft bis zum 31. Dezember 2041.

„Die Stadtwerke Wesel sind ein erfahrener Partner, der seit Jahrzehnten das Gasnetz in Wesel betreibt, wartet und instand hält. Sie werden somit ihr umfangreiches Know-How auch zukünftig in die Unterhaltung des Gasnetzes einbringen können“, fasst Bürgermeisterin Ulrike Westkamp die Vertragsunterzeichnung zusammen. Geschäftsführer Rainer Hegmann ergänzt: „Wir verfügen über Fachkräfte, die seit Jahren die zuverlässige Versorgung mit dem umweltschonenden, effizienten und kostengünstigen Energieträger Erdgas in unserer Stadt sicherstellen“. Zudem bedankt er sich bei dem Team der Stadtwerke Wesel und der Tochtergesellschaft NSG für die gute und engagierte Arbeit.

Der Rat der Stadt Wesel hat in seiner Sitzung im Dezember 2020 entschieden, den neuen Gaskonzessionsvertrag wiederum mit den Stadtwerken Wesel abzuschließen. Bürgermeisterin Ulrike Westkamp und Geschäftsführer Rainer Hegmann freuen sich über die weitere Zusammenarbeit.

Quelle: Stadt Wesel

Mehr Geld vom Staat: Förderung für die Energetische Sanierung steigt bei Wohnhäusern auf 25% und bei Nichtwohngebäuden auf 20%

Höhere Energieeffizienz, Behaglichkeit und Sicherheit – eine Gebäudesanierung lohnt sich dreifach. Schon einzelne energetische Maßnahmen, wie z.B. eine Dämmung von Dächern, Außenwänden und Geschossdecken, verbessern langfristig das Klima und die Haushaltskasse.

NRW. Um Hausbesitzer, Pächter und Mieter von Wohn- und Nichtwohngebäuden finanziell noch besser bei der Sanierung zu unterstützen, ging am 1. Januar 2021 die neue Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) an den Start. Die BEG verbessert die Förderung von Einzelmaßmaßnahmen bei energetischen Sanierungen. Für Wohngebäude bedeutet das ab sofort staatliche Zuschüsse von bis zu 15.000 Euro pro Maßnahme und für Nichtwohngebäude bis zu 200 Euro pro saniertem Quadratmeter.

Energieeffizienz rechnet sich – aber nur mit den richtigen Experten

Für die energetische Sanierung eines Gebäudes, dessen Bauanzeige oder Bauantrag mindestens fünf Jahre zurückliegt, können Antragstellende ab sofort einen Investitionszuschuss für entsprechende Einzelmaßnahmen beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA: www.bafa.de) beantragen. Zu den förderfähigen energetischen Einzelmaßnahmen gehören eine energieeffiziente Anlagentechnik (Beheizung, Lüftung), die Erneuerung von Fenstern, Außentüren sowie Dämmmaßnahmen an Dächern, Außenwänden oder Geschossdecken, z.B. mit Mineralwolle (Glaswolle oder Steinwolle). Dabei sind die technischen Mindestanforderungen an die jeweilige Einzelmaßnahme einzuhalten und nachzuweisen.

Ganz gleich, ob es sich bei der zu sanierenden Immobilie um ein Wohn- oder Nichtwohngebäude handelt – um im Rahmen der BEG EM von noch höheren staatlichen Zuschüssen zu profitieren, schalten Sie vor Maßnahmenbeginn unbedingt einen Energieeffizienz-Experten (www.energie-effizienz-experten.de) ein. Nur der Energieeffizienz-Experte kann die für Sie und Ihr Gebäude besten Maßnahmen ermitteln und anschließend die maximale Förderung dafür beantragen. Zusätzlicher Pluspunkt: Auch die verschiedenen Energieberater-Leistungen sind förderfähig.

WOHNHÄUSER: BIS ZU 15.000 EURO FÖRDERUNG MIT 5%-ISFP-BONUS ERHALTEN

Pro Einzelmaßnahme an der Gebäudehülle winkt bei der energetischen Wohnhaussanierung ein Investitionszuschuss von 20 % – die förderfähige Investitionssumme ist dabei auf 60.000 Euro gedeckelt. Planen Sie zum Beispiel, das Dach Ihres Wohnhauses mit Mineralwolle zu dämmen, so können Sie sich dafür 20 % der Sanierungskosten – maximal 12.000 Euro – durch das BAFA erstatten lassen. Aber damit nicht genug: Diese hohen Fördersummen können Sie weiter aufstocken, wenn Sie die Maßnahme im Rahmen eines im Förderprogramm „Bundesförderung für Energieberatung für Wohngebäude“ geförderten individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP) umsetzen. Mit dem 5%-iSFP-Bonus erhöht sich der Fördersatz auf insgesamt 25 % und damit 15.000 Euro.

Gut zu wissen ist auch, dass der Staat bereits für die Erstellung des individuellen Sanierungsfahrplans bis zu 80 % der Kosten übernimmt. Mithilfe des iSFP kann der von Ihnen beauftragte Energieeffizienz-Experte die einzelnen Sanierungsmaßnahmen klug planen und sämtliche Förderoptionen ausloten. Dadurch erhalten Sie ab dem ersten Sanierungsschritt mehr Geld, insofern die entsprechende Einzelmaßnahme binnen 15 Jahren nach Erstellung des iSFP umgesetzt wird.

NICHTWOHNGEBÄUDE: PRO QUADRATMETER BIS ZU 200 EURO GESCHENKT

Bei der energetischen Gebäudesanierung von Nichtwohngebäuden werden Einzelmaßnahmen, bei förderfähigen Kosten von bis zu 1.000 Euro je m² Nettogrundfläche, mit 20 % Zuschuss gefördert. Das ergibt bis zu 200 Euro je Quadratmeter. Die förderfähige Investitionssumme ist dabei auf 15 Mio. Euro gedeckelt. Für einzelne Sanierungsmaßnahmen von Nichtwohngebäuden, beispielsweise eine Außenwanddämmung aus Mineralwolle, können Sie sich somit bis zu 3 Mio. Euro erstatten lassen.

Eine Dämmung aus Mineralwolle senkt nicht nur den Energieverbrauch eines Hauses

Noch mehr Geld sparen Sie langfristig durch die minimierten Energie- und Betriebskosten Ihres sanierten Hauses. Aber nicht nur der finanzielle Aspekt spricht für eine energetische Gebäudesanierung. Darüber hinaus erzielen Sie, insbesondere durch geeignete Dämmmaßnahmen, einen Werterhalt oder sogar eine Wertsteigerung der Immobilie.

Eine mit Mineralwolle gedämmte Gebäudehülle verbessert den Komfort spürbar und erhöht die Sicherheit und Gesundheit in Wohn- und Arbeitsräumen langfristig. Dr. Thomas Tenzler, Geschäftsführer des FMI Fachverband Mineralwolleindustrie e.V. (FMI), sagt:

„Mineralwolle schafft ideale Raumtemperaturen zu jeder Jahreszeit. Außerdem sichern Sie mit einer Dämmung aus nichtbrennbarer Mineralwolle sich und Ihre Immobilie vor Brandgefahren. Auch der Schallschutz ist inbegriffen. Und: Da Mineralwolle einen sehr langen Lebenszyklus hat, wird eine Dämmung aus Glas- oder Steinwolle Ihr Haus viele Jahrzehnte nachhaltig schützen.“

Solarmetropole Ruhr

Die Kreishandwerkerschaft des Kreises Wesel widmet sich seit längerer Zeit dem Thema Nachhaltigkeit. Ein Baustein hierzu ist die Mitarbeit in der Ausbauinitiative der Solarmetropole Ruhr.

NRW. Die Ausbauinitiative der Solarmetropole Ruhr ist ein Projekt des Regionalverbandes Ruhr (RVR) und des Handwerks in der Rhein-Ruhr-Region.

In 15 Kommunen wird über das Thema Solarenergie mit Hilfe von Veranstaltungen, Rundgängen und anderen Möglichkeiten informiert. Die Ausbauinitiative ist darauf ausgelegt, Hausbesitzer über die positiven Eigenschaften der Photovoltaik zu informieren und sie von deren Nutzen zu überzeugen, um so dem Klimaschutz im Kleinen voranzubringen. Denn jeder Eigenheimbesitzer kann seinen Beitrag zum Klimaschutz leisten und so zur Energiewende beitragen.

Daher unterschützen Kreishandwerksmeister Günter Bode und stellvertretender Kreishandwerksmeister Norbert Borgmann die Ausbauinitiative sehr gerne und warben nunmehr am Standort der Kreishandwerkerschaft des Kreises Wesel für sie. Unter dem Motto „Hat Ihr Dach mehr drauf“ setzten sich die beiden Repräsentanten der Kreishandwerkerschaft des Kreises Wesel für die Solarmetropole Ruhr und Ihre Ziele ein.

Bildquelle: www.khwesel.de

Textquelle: ww.khwesel.de

Über den Dächern von Wesel

Azubis starten ihre Ausbildung beim Dachdeckerbetrieb Weber Bedachungen GmbH

WESEL. Hoch hinaus geht es für gleich drei Auszubildende seit dem 1. August dieses Jahres im Meisterbetrieb Weber Bedachungen GmbH an der Rudolf-Diesel-Straße 72. Dennis Sayman, Jason König und Ioanis Reinhardt haben ihre Dachdecker-Lehre im Weseler Traditionsunternehmen begonnen. Geht alles glatt, dürfen die neuen Lehrlinge in drei Jahren ihre Gesellenprüfung ablegen. Der Jüngste im Bunde ist Jason König. Mit gerade mal 16 Jahren ist er ins Berufsleben gestartet: „Ich wollte lieber eine anständige Ausbildung machen, statt weiter zur Schule zu gehen“, berichtet König. Der Beruf des Dachdeckers mache ihm einfach riesigen Spaß.

Ein bisschen mehr Luft im Berufsleben schnuppern konnten hingegen Dennis Sayman (24) und Ioanis Reinhard (19). Beide absolvierten bereits vorab Praktika in Dachdeckerbetrieben. „Dennis hat bei uns sein dreiwöchiges Praktikum absolviert. Dabei hat er sich gut geschlagen. Wir freuen uns deshalb, dass er nun bei uns seine Ausbildung begonnen hat“, so Christian Weber, der das Unternehmen gemeinsam mit seinem Bruder Ingo in zweiter Generation führt. Nach der Gesellenprüfung soll für Dennis Sayman aber noch lange nicht Schluss sein. Der junge Mann möchte nach der Lehre die Meisterschule besuchen. Doch diese Qualifizierung sei alles andere als preiswert.

Rund 15.000 Euro koste die Qualifizierung zum Meister. Und auch Ioanis Reinhardt kam durchs Praktikum zum Traumberuf. „Die Arbeit des Dachdeckers ist sehr vielfältig und abwechslungsreich. Man muss allerdings das Arbeiten auf einer Baustelle mögen. Alle Azubis müssen zudem natürlich höhentauglich sein“, erklärt Reinhardt. Bereits seit Jahrzehnten werden bei Webers junge Menschen zu Dachdeckern ausgebildet. „Ausgebildete und qualifizierte Fachkräfte sind in der Branche nur schwer zu finden. Entweder sind diese Leute selbstständig oder in festen Anstellungen. Daher bilden wir unsere Dachdecker am liebsten selbst aus. Mehr als 50 Prozent der heutigen Mitarbeiter sind ehemalige Lehrlinge“, berichtet Ingo Weber. Auf eine Sache ist man im Familienbetrieb an der Rudolf-Diesel-Straße besonders stolz. „Bei uns haben bislang alle Azubis ihre Prüfung zum Dachdecker bestanden. Das ist eine tolle Leistung, wenn man bedenkt, dass bei einigen Prüfungen 50 Prozent der Lehrlinge bei der Handwerkskammerprüfung in Düsseldorf durchfallen“, so Christian Weber. 75 Prozent der ehemaligen Azubis blieben zudem im Betrieb. „Einige von ihnen sind Innungsbeste“, freuen sich die Chefs.

Dass der Meisterbetrieb erste Adresse für eine Ausbildung ist, zeigten auch die Bewerbungszahlen. Ingo Weber: „Rund 90 Bewerbungen haben wir alleine in diesem Jahr erhalten. Das macht uns natürlich mächtig stolz.“ Und wie sieht es mit weiblichen Auszubildenden in dieser Berufsbranche aus? Ingo Weber: „Frauen sind in diesem Beruf eher selten zu finden. Dabei hat die Ausbildung sich stark gewandelt. Wo einst körperliche Kraft gefragt war, sind heute eher mathematische Kenntnisse erforderlich. Wir freuen uns daher besonders, ab September eine Jahrespraktikantin bei uns begrüßen zu dürfen.

Weitere Infos unter: www.weberbedachungen.de

Bild: Links: Dennis Sayman, Mitte: Jason König, Rechts: Ioanis Reinhard

Foto: Rüdiger Marquitan Text: Rüdiger Marquitan