Das Handwerker Magazin

Neue Energieausweise: Das gilt ab Mai 2021 für Bestandsgebäude

Vom Dach bis in den Keller: Die optimal gedämmte Gebäudehülle – z.B. mit Mineralwolle – ist der wichtigste Schritt hin zu mehr Energieeffizienz. Dadurch wird deutlich weniger Energie für Heizung und Kühlung benötigt. Bild: FMI Fachverband Mineralwolleindustrie e.V. (kurz: FMI)

Neue Energieausweise: Das gilt ab Mai 2021 für Bestandsgebäude

Energiekosten runter, Wohnkomfort rauf  

Das im November 2020 in Kraft getretene Gebäudeenergiegesetz (GEG) legt den Fokus auf eine umfangreichere Betrachtung bei Gebäuden im Bestand. In der Konsequenz gelten ab 1. Mai 2021 neue Anforderungen an Energieausweise. So sind künftig zum Beispiel bei allen Energieausweisen zusätzlich zu den End- und Primärenergieverbräuchen in kWh/(m²a) die Treibhausgas-Emissionen in kg C02-Äquivalent/(m²a) aufzuführen. Neu ist auch die Pflicht zur Begehung durch den Aussteller und Modernisierungsempfehlungen.

NRW. Die Angabe der Treibhausgas-Emissionen, also des CO₂-Ausstoßes eines Wohngebäudes im neuen Energieausweis gibt Laien eine einschätzbare Größe für die Nachhaltigkeit beim Wohnen. Sie veranschaulicht die Umweltauswirkungen des Gebäudebetriebs, vor allem durch Beheizung, Kühlung und Warmwasser. Der Heiz- bzw. Kühlbedarf ist bei schlecht gedämmten Gebäuden besonders hoch, da hier unnötig viel Energie über das Dach oder die Außenwände entweicht. Die bestmögliche Energieeffizienz eines Hauses kann deshalb nur durch eine Kombination aus baulichen Maßnahmen an der Gebäudehülle (Dämmung, Fenster), effizienter Anlagentechnik (z.B. Heizung) sowie dem Einsatz erneuerbarer Energien (z.B. Solarwärme) erreicht werden. 

„Ist die Gebäudehülle optimal gedämmt, ist der wichtigste Schritt für mehr Energieeffizienz bereits getan. Dadurch wird deutlich weniger Energie für Heizung und Kühlung benötigt“, sagt Dr. Thomas Tenzler, Geschäftsführer des FMI Fachverband Mineralwolleindustrie e.V. (FMI). Der vielseitig in Gebäuden eingesetzte Dämmstoff Mineralwolle (Glaswolle und Steinwolle) überzeugt dabei gleich mehrfach: „Ein mit Mineralwolle gedämmtes Wohngebäude senkt dessen Energiebedarf und damit den CO₂-Ausstoß erheblich. Das spart Jahr für Jahr hohe Energiekosten bei gleichzeitig mehr Wohnkomfort, Schallschutz und Brandschutz“, so Dr. Thomas Tenzler.

Welchen Ausweis brauchen Sie jetzt für bestehende Wohnhäuser?

Eigentümer von kleinen Wohnhäusern (bis zu vier Wohneinheiten), für die der Bauantrag vor dem 01.11.1977 gestellt wurde und welche danach auch nicht mehr energetisch modernisiert wurden, sind verpflichtet, den energetischen Bedarf und damit auch die gesamte Gebäudequalität mit dem sogenannten Energiebedarfsausweis nachzuweisen. Für alle anderen Wohngebäude genügt ein sogenannter Energieverbrauchsnachweis. Dieser ließ sich bisher einfach und kostengünstig aus den Verbrauchszahlen der vergangenen drei Jahre ermitteln. Weil aber die so ermittelten Energiedaten stark vom Nutzerverhalten abhängen und wenig über die energetische Qualität des Gebäudes verraten, hat der Gesetzgeber nachjustiert: 

Der Energieverbrauchsausweis muss ab dem 1. Mai 2021 die Energiebilanz des Gebäudes detaillierter benennen. Dafür muss ein Fachmann das Gebäude vor Ort begutachten, mit Fotos dokumentieren und Modernisierungsmaßnahmen empfehlen. So ergibt sich eine gute Übersicht über die Mängel und möglichen Energieeinsparpotenziale eines Bestandsgebäudes. 

Langfristig CO2 senken und Geld sparen

Das neue GEG und die damit verbundenen neuen Energieausweise und Empfehlungen für Modernisierungen zeigen, dass viele Aspekte sinnvoll ineinandergreifen müssen, um einen langfristig nachhaltigen Einspareffekt von Energie und CO₂ bei Gebäuden zu erzielen. 

Hauseigentümer, die ohnehin die Sanierung ihrer Wohnimmobilie beabsichtigen, profitieren jetzt doppelt, wenn sie ihren neuen Energieverbrauchsausweis gemeinsam mit einem individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) erstellen lassen. Für die iSFP-Erstellung durch einen Energieberater übernimmt der Staat bis zu 80 der Kosten. Gleichzeitig erhalten Sie damit auch einen fundiert durchdachten, optionalen Handlungsplan für die wirtschaftliche energetische Sanierung Ihres Gebäudes.  

Quelle: FMI Fachverband Mineralwolleindustrie e.V.

Anzeige

Anzeige

Folgen Sie unseren sozialen Medien
Weitere News

Vollsperrung Aapweg im Baustellenbereich L1/WDK

HÜNXE. Wie der Landesbetrieb Straßen NRW soeben mitteilte, muss …

Weiter lesen
Anzeige

Hier finden Sie weitere interessante Beiträge

Endlich wieder Direktkontakt zwischen Lehrstellensuchenden und Anbietern:

6. Azubi-Speeddating in der Handwerkskammeram 4. April 2022 in der Zeit von 10:00 bis 13:00 Uhr DÜSSELDORF. Zehn Minuten haben junge Leute Zeit, sich im …

Weiter lesen →

Infos für künftige Bauherren in der vhs

MOERS. Für viele steht der Traum vom Eigenheim ganz oben auf der Wunschliste. Welche finanziellen Voraussetzungen erfüllt sein sollten, worauf zu achten ist und welche …

Weiter lesen →

Fliegerbombe in der Nähe des Bahnhofs Wesel gefunden

WESEL. Beim Bau der neuen Park and Ride Anlage im Bereich der Richelswiese am Bahnhof Wesel (Friedenstraße/Kurt-Kräcker-Straße) wurde eine Fünf-Zentner-Fliegerbombe gefunden. Die Entschärfung dieser Bombe …

Weiter lesen →

Umbau Spielplätze: Am Bahndamm abgeschlossen – Karlsplatz startet

Moers. Klein, aber fein: Eine Sandbaustelle, ein Vogelnestkorb auf Sprungfedern und ein Balancierparcours stehen jetzt auf dem Spielplatz Am Bahndamm zur Verfügung. Vor allem für …

Weiter lesen →

25 Jahre Stadtbau Moers: IHK gratulierte zum Jubiläum

MOERS. Eine Urkunde zum silbernen Firmenjubiläum der Stadtbau Moers GmbH hat die Niederrheinische Industrie- und Handelskammer überreicht. IHK-Geschäftsführer Jürgen Kaiser gratulierte am Mittwoch, 8. Dezember, …

Weiter lesen →

Sanierung der Bahnübergänge der ehemaligen Kreisbahn in
Voerde-Friedrichsfeld verzögert sich.

Schwellenwechsel am 13. und 20. Dezember VOERDE-FRIEDRICHSFELD. Aufgrund von einer unvorhersehbaren Bodenbeschaffenheitverschieben sich die Sanierungsarbeiten der Bahnübergänge der ehemaligen Kreisbahn in Voerde-Friedrichsfeld um eine Woche. …

Weiter lesen →